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Pathologie - Was ist das?

Pathologie bedeutet „Lehre von den Krankheiten“ (griechisch pathos = Leiden).


In unserem Fach untersuchen wir mikroskopisch und molekularbiologisch die Veränderungen, die bei Krankheiten im Aufbau und Funktion der Zellen, Gewebe und Organe auftreten.

Lange Zeit trieb allein schon die Erwähnung des Faches „Pathologie“ Außenstehenden einen Schauder über den Rücken. Der tägliche Umgang mit Leichen hinter verschlossenen Türen war für die meisten Menschen unheimlich. „Irgendjemand muss es ja tun...“ oder „Der Pathologe weiß alles und kann alles, aber alles zu spät...“ waren und sind gängige Bemerkungen zu unserem Fach.

Moderne Fernsehserien, wie „Quincy“, „Crossing Jordan“ und „Bones“ , haben die Vorstellung der Öffentlichkeit von unserem Beruf gründlich geändert, allerdings nicht immer in die ganz richtige Richtung. Pathologen beschäftigen sich nämlich nicht in erster Linie, wie diese populären Serien suggerieren, mit der Lösung von Mordfällen. Der Pathologe steht auch nicht mehr den ganzen Tag im Sektionssaal.

Die moderne Pathologie hat vielmehr ihren Schwerpunkt in der Diagnose feingeweblicher Veränderungen in kleinen Gewebeproben (sogenannte Biopsien), die im Rahmen therapeutischer oder diagnostischer Eingriffe z.B. vom Chirurgen oder vom Internisten bei Magen – oder Darmspiegelungen entnommen werden. Dies gilt insbesondere für die Krebsmedizin. Die Erstdiagnose eines Karzinoms ist in der Regel nicht ohne histopathologische Begutachtung eines kleinen Gewebestückes des Tumors möglich.
Außerdem hängt die Nachbehandlung ganz wesentlich von der Untersuchung der Operationspräparate in Hinsicht auf die Art, den Grad der Bösartigkeit und die Ausdehnung des Karzinoms, sowie die Tumorfreiheit der Schnittränder ab.
Dies erlaubt es zu beurteilen, ob die Operation allein ausreichend ist, oder ob eine zusätzliche Strahlenbehandlung, und/oder eine Chemotherapie erforderlich ist.

Methodisch konnte die Pathologie sich immer mehr ausweiten. Haben wir früher fast ausschließlich gefärbte Gewebeschnitte als Grundlage unserer Diagnostik verwendet, gehören heute spezifisch hergestellte Antikörper, die spezielle Gewebebestandteile markieren und molekularbiologischen Methoden zum selbstverständlichen Repertoire unseres Faches. Neben einer deutlich feineren Klassifikation der Krankheiten, insbesondere der bösartigen Tumore, ermöglichen derartige Untersuchungen eine Aussage über die Wirksamkeit moderner Medikamente, z. B. Herceptin bei Brustkrebs.Durch die Beurteilung von Abstrichen, die z. B. der Frauenarzt abnimmt, spielt der Pathologe auch vielfach eine wichtige Rolle in der Krebs-Vorsorge (z.B. Gebärmutterhalskrebs).

Alle diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass die Pathologie immer näher an die klinisch – therapeutischen Fächer herangerückt ist und heutzutage immer mehr zum Lotsen der Therapie geworden ist.

 

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